Eine Lizenz für die legale Herstellung von CBD in Frankreich erhalten: der vollständige Leitfaden
- von Gaëtan Boyer
In Frankreich boomt der CBD-Markt. Aber mit dem rasanten Erfolg gehen auch Missbräuche einher: Es tauchen illegale Praktiken auf, wie der Verkauf von synthetischen oder nicht im Labor getesteten CBD-Produkten. Hinzu kommt ein komplexer und sich ständig weiterentwickelnder Rechtsrahmen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht einfach, die Schritte zu kennen, die erforderlich sind, um Cannabidiol (CBD) völlig legal herzustellen. Braucht man wirklich eine Lizenz? Wo muss man seine Tätigkeit anmelden? Keine Sorge: Wir haben für Sie die Fakten von den Gerüchten getrennt!
Nein! Sie benötigen keine spezielle Lizenz, um CBD in Frankreich herzustellen. Einige Quellen erwähnen die Erlangung einer obligatorischen Lizenz mit der Einreichung eines Dossiers (Businesspläne, Strafregisterauszug usw.), was jedoch nicht der Wahrheit entspricht. Auch wenn dies in einigen Ländern wie den Vereinigten Staaten vorgeschrieben ist, gilt dies für Frankreich im Jahr 2025 nicht.
Derzeit ist der Anbau von Hanf, aus dem CBD gewonnen wird, mit der Landwirtschaft verbunden. Um CBD-Produzent zu werden, müssen Sie ein registrierter Landwirt sein. Dazu müssen Sie eine PACAGE-Nummer beantragen und sich bei der Mutualité Sociale Agricole (MSA) Ihres Departements anmelden. Wenn Sie eine einfache Struktur wie eine Micro-BA (mikro-bénéfice agricole, landwirtschaftlicher Kleinstbetrieb) gründen möchten, können Sie die erforderlichen Schritte ganz einfach online auf der Website des INPI durchführen.
Weitere Informationen erhalten Sie bei der Landwirtschaftskammer Ihres Departements. Dort kann man Sie bei der Gründung Ihres landwirtschaftlichen Betriebs beraten. Beachten Sie auch, dass es keine Mindestfläche gibt, die Sie besitzen müssen, um Landwirt – und damit CBD-Produzent – zu werden. Sie müssen auch keine landwirtschaftliche Berufsbefähigung (CPA) oder das Abitur CGEA erwerben. Wenn bestimmte Stellen dies von Ihnen verlangen, handelt es sich wiederum um Fehlinformationen.
Da die CBD-Branche noch jung ist, ist es nicht ausgeschlossen, dass es in Zukunft eine offizielle Lizenz für die Herstellung von CBD geben wird. Die rechtliche Regulierung der Produktion ist zeitaufwendig und es gibt noch viel zu tun. Der Sektor wird nach wie vor kaum verstanden, insbesondere aufgrund der Verwechslung zwischen Freizeit-Cannabis und CBD.
Auch wenn für die Tätigkeit als CBD-Produzent keine Lizenz erforderlich ist, müssen Sie mehrere Verpflichtungen einhalten:
· Strenge Begrenzung auf 0,3 % THC
Die Produktion von CBD ist legal, sofern der THC-Gehalt (Tetrahydrocannabinol) der Pflanzen nicht über 0,3 % liegt. Da THC das psychoaktive Molekül von Cannabis ist, wird eine Überschreitung dieses Grenzwerts mit der Herstellung von Betäubungsmitteln gleichgesetzt – was eine Straftat darstellt. Ihnen drohen die Vernichtung Ihrer Parzellen, eine Geldstrafe sowie eine Freiheitsstrafe.
· Meldung der Anbauflächen für Hanf
Sie müssen Ihre Hanfflächen bei zwei Stellen anmelden. Zum einen bei der Fédération Nationale des Producteurs de Chanvre (FNPC, Nationaler Verband der Hanfproduzenten). Dabei handelt es sich um eine Anmeldung für die Hanfbranche, mit der Ihre Flächen und die verwendeten Sorten rückverfolgt werden können. Zum anderen bei der Direction Départementale des Territoires (DDT, Departementsdirektion für Territorien). Wie bei allen landwirtschaftlichen Kulturen ist eine Erklärung im Rahmen der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) erforderlich.
· Zugelassene Hanfsorten
Um CBD legal herzustellen, müssen Sie zugelassene Samen verwenden. Diese sind im offiziellen Sortenkatalog der Europäischen Union aufgeführt und werden von zugelassenen Stellen verkauft. In Frankreich führt die DDT Kontrollen (vor Ort oder administrativ) durch, um sicherzustellen, dass die verwendeten Sorten legal sind und ihr THC-Gehalt 0,3 % nicht überschreitet.
· Regelmäßige Kontrolle der Produkte
Die Analyse der Produkte durch ein unabhängiges Labor ermöglicht es, den CBD- und THC-Gehalt zu ermitteln und sicherzustellen, dass sie natürlich und frei von schädlichen Substanzen sind. Die Analysezertifikate müssen für die Verbraucher leicht zugänglich sein.
Gut zu wissen
Um Missverständnisse mit Ihren Nachbarn zu vermeiden, können Sie die Gendarmerie oder das Rathaus per Post, E-Mail oder Telefon informieren, aber Sie sind dazu nicht verpflichtet. Es handelt sich dabei vor allem um eine Vorsichtsmaßnahme.
In Frankreich überwacht die Nationale Agentur für Arzneimittel- und Gesundheitssicherheit (ANSM) jedes Cannabinoid genau. Um Gesundheitsrisiken vorzubeugen, kann sie manchmal kurzfristig beschließen, diese als Betäubungsmittel einzustufen. Dies war insbesondere bei den Molekülen HHC, H4CBD und THCP der Fall.
Angesichts eines instabilen Hanfmarktes stehen CBD-Produzenten vor einer großen Herausforderung: Wie können sie mit den aufeinanderfolgenden Verboten umgehen und ihre Tätigkeit aufrechterhalten? Wenn Sie daran interessiert sind, CBD zu verkaufen, aber nicht selbst produzieren möchten, gibt es eine Lösung: Wenden Sie sich an einen erfahrenen CBD-Großhändler, der die Entwicklungen des Marktes kennt und die geltenden Rechtsvorschriften einhält.
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